Eine explorativ-qualitative Pilotstudie zum Umgang mit institutionellem Rassismus in Berliner Kitas
Kindertageseinrichtungen (Kitas) sind keine diskriminierungsfreien Räume: Familien sind dort immer wieder mit Alltagsrassismus konfrontiert. Die qualitative Pilotstudie untersucht anhand semi-strukturierter Interviews mit Eltern und Expert*innen in Berlin, welche Erfahrungen Familien machen und wie sie und die Kitas mit Rassismuserfahrungen umgehen. Die Ergebnisse: Familien erfahren Rassismus in Kitas durch diskriminierende Annahmen, Materialien und Routinen. Eltern und Kitas gehen unterschiedlich mit rassistischen Erfahrungen um. Manche Eltern thematisieren Rassismus. So ermöglichen sie es der Kita, eigene Strukturen und Prozesse zu überdenken und rassismuskritisch umzugestalten. Allerdings berichten Eltern auch, dass Kitas Rassismus teilweise herunterspielen, sich einer Auseinandersetzung und damit auch rassismuskritischen Gestaltungsmöglichkeiten verweigern. Dadurch verstetigt sich der Ausgangszustand. Die Befunde stützen bestehende Forschungsergebnisse und sind anschlussfähig an zivilgesellschaftliche Forderungen u.a. nach rassismuskritischer Organisationsentwicklung, diskriminierungskritischen und diversitätsbewussten Ausbildungs-Curricula für pädagogische Fachkräfte sowie einem institutionalisierten Beschwerdemanagement. Zudem unterstreicht die Pilotstudie den erheblichen Forschungsbedarf im Feld Rassismus in der frühkindlichen Bildung in Deutschland.
Bostancı, Seyran; Biel, Christina; Neuhauser, Bastian (2022): „Ich habe lange gekämpft, aber dann sind wir doch gewechselt“: Eine explorativ-qualitative Pilotstudie zum Umgang mit institutionellem Rassismus in Berliner Kitas. NaDiRa Working Papers 1, Berlin: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM).

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„Ich habe lange gekämpft, aber dann sind wir doch gewechselt.“
NaDiRa Workingpaper
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„Und raus bist du!“ – Institutioneller Rassismus in der frühen Bildung
Zugangsbarrieren und Teilhabepraktiken in Berliner Kitas
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