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Am 2. Juni 2026 haben Zukunft D und das Netz­werk GeDAB zur gemein­sa­men Ver­an­stal­tung „Digi­tale Platt­for­men für inklu­sive Bil­dungs­zu­gänge“ ein­ge­la­den. Gemein­sam mit Vertreter:innen aus Ver­wal­tung, Wis­sen­schaft, päd­ago­gi­scher Pra­xis und wei­te­ren Akteur:innen der frü­hen Bil­dung dis­ku­tier­ten wir die Frage, wel­chen Bei­trag digi­tale Lösun­gen zu mehr Teil­habe beim Zugang zur Kin­der­ta­ges­be­treu­ung leis­ten können.

Aus­gangs­punkt war die Beob­ach­tung, dass im Zuge der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung auch der Zugang zu frü­her Bil­dung zuneh­mend über digi­tale Platt­for­men orga­ni­siert wird. Gleich­zei­tig bestehen beim Zugang zu Ange­bo­ten der frü­hen Bil­dung wei­ter­hin erheb­li­che Bar­rie­ren. Ins­be­son­dere mar­gi­na­li­sierte Kin­der, etwa Kin­der mit Migra­ti­ons­ge­schichte oder Kin­der mit Behin­de­run­gen, erle­ben häu­fig struk­tu­relle Hür­den bei der Ver­gabe von Betreu­ungs­plät­zen. Hinzu kommt, dass die Kri­te­rien für die Platz­ver­gabe vie­ler­orts nicht trans­pa­rent sind. Immer mehr Kom­mu­nen und Trä­ger set­zen daher auf digi­tale Platt­for­men, um Anmelde- und Ver­ga­be­pro­zesse zu orga­ni­sie­ren und nach­voll­zieh­ba­rer zu gestalten.

Vor die­sem Hin­ter­grund wid­me­ten wir uns der Frage: „Hel­fen digi­tale Platt­for­men für inklu­sive Bildungszugänge?“

Digi­ta­li­sie­rung allein schafft keine Teilhabe

Viola Laux, Refe­rats­lei­tung und stell­ver­tre­tende Abtei­lungs­lei­tung im Sozi­al­mi­nis­te­rium Schles­wig-Hol­stein für die frühe Bil­dung und Betreu­ung, gab uns einen Ein­blick in die Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen der Digi­ta­li­sie­rung anhand der KiTa-Daten­bank Schleswig-Holstein.

In ihrem Bei­trag wurde deut­lich, dass digi­tale Platt­for­men wich­tige Poten­ziale bie­ten: Sie kön­nen Infor­ma­tio­nen bün­deln, Pro­zesse ver­ein­fa­chen und Fami­lien den Zugang zu Ange­bo­ten erleich­tern. Gleich­zei­tig wurde jedoch auch her­vor­ge­ho­ben, dass Digi­ta­li­sie­rung allein nicht auto­ma­tisch zu mehr Teil­habe führt. Kom­plexe Anmel­de­ver­fah­ren, Fach­spra­che oder feh­lende digi­tale Res­sour­cen kön­nen wei­ter­hin dazu bei­tra­gen, dass Fami­lien von Ange­bo­ten aus­ge­schlos­sen werden.

Bestä­tigt wur­den diese Erkennt­nisse auch durch Sabine Hil­ger, Amts­lei­te­rin des Amtes für früh­kind­li­che Bil­dung, Erzie­hung und Betreu­ung der Stadt Rosen­heim. Frau Hil­ger musste ihre Teil­nahme auf­grund eines kurz­fris­ti­gen Not­falls lei­der absa­gen. In ihrem geplan­ten Vor­trag hätte sie Ein­bli­cke in die Ein­füh­rung des digi­ta­len Anmel­de­ver­fah­rens zum Kita-Platz­pi­lo­ten der AKDB gegeben.

Die Infor­ma­tio­nen, die uns Sabine Hil­ger im Vor­feld der Ver­an­stal­tung zur Ver­fü­gung gestellt hat, ver­deut­li­chen zugleich die Gren­zen kom­mu­na­ler Steue­rungs­mög­lich­kei­ten. So ver­fügt die Stadt Rosen­heim als Auf­sichts­be­hörde zwar über einen Gesamt­über­blick über die Anmel­dun­gen und kann dadurch steu­ernd ein­grei­fen. Aller­dings fehlt in Bay­ern eine gesetz­li­che Grund­lage, die es Kom­mu­nen ermög­licht, freien Trä­gern Plätze ver­bind­lich zuzu­wei­sen. Steue­rungs­mög­lich­kei­ten beru­hen daher vor allem auf Ver­ein­ba­run­gen und Kooperationen. 

Eine Schwie­rig­keit, die sowohl Frau Hil­ger als auch Frau Laux anmerk­ten, besteht zudem darin, dass in vie­len Kom­mu­nen die Lei­tun­gen der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen die end­gül­tige Ent­schei­dung über die Platz­ver­gabe tref­fen. Für Fami­lien bleibt dabei oft nicht nach­voll­zieh­bar, nach wel­chen Kri­te­rien diese Aus­wahl erfolgt. Dadurch kön­nen bestehende Intrans­pa­ren­zen auch in digi­ta­li­sier­ten Ver­fah­ren fortbestehen.

Was digi­tale Ver­fah­ren für eine erfolg­rei­che Umset­zung brauchen

Eine zen­trale Erkennt­nis der Ver­an­stal­tung war daher, dass Digi­ta­li­sie­rung kein Selbst­zweck ist. Damit digi­tale Ange­bote einen Bei­trag zum Abbau von Bar­rie­ren leis­ten kön­nen, müs­sen sie sich an den unter­schied­li­chen Bedar­fen von Fami­lien ori­en­tie­ren und durch per­sön­li­che Unter­stüt­zungs­an­ge­bote ergänzt wer­den. Gleich­zei­tig braucht es eine bewusste und reflek­tierte Umset­zung in Ver­wal­tun­gen, bei Trä­gern und in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen. Die Sen­si­bi­li­sie­rung der betei­lig­ten Akteur*innen für Fra­gen von Teil­habe, Trans­pa­renz und Zugäng­lich­keit ist eine zen­trale Vor­aus­set­zung dafür, dass digi­tale Ver­fah­ren ihr Poten­zial tat­säch­lich ent­fal­ten können.

Wir dan­ken Viola Laux herz­lich für ihren pra­xis­na­hen Ein­blick, die fun­dier­ten Ein­bli­cke in die KiTa-Daten­bank Schles­wig-Hol­stein und die anre­gende Dis­kus­sion. Ebenso dan­ken wir Sabine Hil­ger für die Infor­ma­tio­nen und Per­spek­ti­ven aus der Stadt Rosen­heim. Unser Dank gilt außer­dem allen Teil­neh­men­den für ihre Fra­gen, Exper­tise und die enga­gierte Diskussion.

Video­auf­zeich­nung des Inputs von Viola Laux

Für alle, die nicht an der Ver­an­stal­tung teil­neh­men konn­ten oder ein­zelne Aspekte noch ein­mal ver­tie­fen möch­ten, stel­len wir die Auf­zeich­nung des Vor­trags von Viola Laux zur Ver­fü­gung. Darin gibt sie einen Ein­blick in die Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen digi­ta­ler Platt­for­men in der frü­hen Bil­dung und zeigt anhand der KiTa-Daten­bank Schles­wig-Hol­stein auf, wel­che Poten­ziale, aber auch wel­che Gren­zen digi­tale Zugangs­ver­fah­ren mit sich bringen.

Video­auf­zeich­nung des Vor­trags von Viola Laux für die Ver­an­stal­tung Digi­tale Platt­for­men für inklu­sive Bil­dungs­zu­gänge der Initia­tive Zukunft D und des Netz­werk GeDAB